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Und Mama, hast du es dir überlegt?


Ich bin in Gedanken. Mein Liebster wünscht sich ein eigenes gemeinsames Kind mit mir. Und auch wenn ich die Vorstellung mit ihm eine kleine Familie zu haben, zauberhaft finde, wirken die Strapazen der letzten Jahre noch sehr nach. Auch wenn viele Verletzungen verheilt, einiges an Schlaf nachgeholt ist, bin ich gerade dabei aufzublühen. Ich suche mir eine Arbeit, ziehe in eine andere Stadt und genieße die Zeit im Hier und Jetzt. Ich träume und stelle mir vor wie es wäre, wie es für Punkt wäre ein großer Bruder zu sein. Ihm würde ich sehr gönnen. Was mich betrifft…. hach…. Adoption ist allerdings keine Option für den Liebsten. Heiraten soll ich ihn, sagt mein konservativer Kommilitone, langsam angehen lassen soll ich es, sagt meine Schwester, vorstellen könnte ich ihn mal, meint meine Mama…

Während ich so sitze und träume, isst Punkt sein Abendbrot. Er reißt mich mit einer süßen Frage aus den Gedanken:

„Und? Hast du es dir überlegt?“

„Was?“

„Ob ich eine kleine Schwester bekomme?“

Mir stehen die Tränchen noch immer auf Kante. Wie kann Punkt solche Antennen haben? Es ist nicht das erste Mal, dass er mich etwas fragt, als hätte ich zuvor meine Gedanken mit ihm geteilt. Das passiert in regelmäßigen Abständen und zeigt mir immer wieder wie verbunden wir beide sind…

„Ähm…. ähm, also ja. Ich habe da schon drüber nachgedacht.“

„Und? Bekomme ich eine?“

„Naja, ich werde mal meinen Liebsten fragen, ok?“

„Wieso?“ Verständnisloser Blick von Punkt.

„Naja, ich kann das ja nicht allein machen…“

„Stimmt, da haste recht… Aber du kannst doch auch meinen Papa fragen und das mit ihm machen?!“

„Naja, eigentlich wollte ich gern jemanden der immer da ist?!“

„Na du bist doch immer da!“

„Ja, das stimmt. Ich hätte aber gern meinen Liebsten dabei. Auch als Hilfe, verstehst du?“

„Ja. Und wo bin ich dann, wenn ihr das macht?“

„Hm…. Vielleicht in deinem Zimmer?“

„Ja, oder ich bin sechs und schon in der Schule.“

„So lange könntest du noch warten?“

„Ja.“

„Gut. Na dann spreche ich mal mit meinem Liebsten, einverstanden?“

„Klar.“

 

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35 Kommentare zu „Und Mama, hast du es dir überlegt?

      1. Oh das ist nicht unglücklich ausgedrückt. Es ist wirklich mein persönliches empfinden. Ich mag das halt nicht ;). Ich würde nur akzeptieren wenn es heißt: ich möchte noch ein Kind. Ein eigenes finde ich unwichtig. Deshalb mag ich es nicht. Aber wie gesagt, dass bezieht sich auf mich :)

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        1. Na gut.
          Er und ich sind ziemlich frisch zusammen und ich finde es sehr angenehm, dass er sich jetzt nicht gleich so verhält als wäre Punkt sein Kind. Ich mag es wie es ist. Wir sind ein tolles Dreiergespann :)

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                1. Ich kenne die Situation aus eigener Erfahrung! Wenn ich gewusst hätte, wie groß die Herausforderung phasenweise werden kann, dann hätte ich sehr lange überlegt, ob ich sie annehme. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht funktionieren wird, denn inzwischen sind viele Jahre vergangen, die gesellschaftliche Situation, das Rollenverhalten ect. haben sich verändert … YDu

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                2. Hätte ich geschwiegen … Ich freue mich, dass Du einen tollen Partner gefunden hast, mit dem Du Dir eine Zukunft gemeinsamt mit Punkt vorstellen kannst! :-) Faktum: Dein Partner wird nie DER VATER von Punkt sein, weil das eben „Bär“ ist! Diese Rolle ist bereits vergeben. Er wird der zweite Papa sein, Stiefvater, der beste Freund , … In der Startphase ist das für deinen Partner vergleichsweise einfach, ansonsten wäre die Beziehung gar nicht zustande gekommen, damit das so bleibt ist allerdings ein hohes Maß an Beziehungsarbeit notwendig, da sich die Dinge fallweise ganz schön komplizieren können – aber nicht müssen. „Vaters“ Selbstbewusstsein wird jedenfalls einige Male ganz schön auf die Probe gestellt werden, denn es gibt da DICH, den „echten“ Papa, dessen Eltern, seine eigenen Eltern, Verwandte und Freunde, die die Tendenz haben, ihr „Süppchen“ zu kochen … Schluss! Gute Beziehungen verlangen in jedem Fall viel Engagement von beiden Seiten und in dem Fall kommen meiner Ansicht nach noch einige Punkte dazu, auf die man sich gut vorbereiten sollte. Ich spreche aus eigener Erfahrungund muss dazu sagen, dass es über weite Strecken ausgezeichnet „gelaufen“ ist, aber nicht nur. YDu

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                  1. Ich freue mich, dass du dich meldest und etwas dazu schreibst! Und es tut mir richtig leid zu hören, wie es zum Teil für dich war…
                    Ich hatte bisher nie den Wunsch und Gedanken daran, dass er Punkt ein Vater sein soll. Er ist mein Partner. Ich wünsche mir von ihm natürlich Unterstützung und auch, dass er für Punkt eine männliche Bezugsperson ist, zu der Punkt kommen kann, wenn er es denn möchte …
                    Ich denke wir werden ein gemeinsames Kind bekommen und dann so wie die Konstellation ist eine Familie bilden. Wie auch immer wer was bezeichnen mag. Und reinreden lassen wir uns nicht. Denn diesmal habe ich wirklich einen Menschen an meiner Seite, dem die Partnerschaft mit mir über alles geht. Wir sind das Team und als erstes geht es darum was wir wollen…

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                    1. Manchmal würde ich mir wünschen, dass ich Kommentare zurücknehmen könnte! Geht das eigentlich? Denn die Darstellung der Vergangenheit hängt irgendwie immer mit der aktuellen Stimmung zusammen, die dann den Ausschlag gibt, wie man die Schwerpunkte setzt. Gestern war ich müde, gestresst und ausgelaugt und da sollte ich, nach meinem eigenen „Kodex“, keine Kommtare schreiben, da lasse ich mich kaum auf Gespräche ein, die die Tendenz zur „Unübersichtlichkeit“ haben. Das nennt man „Zurückrudern“ bei uns … YDu ;-)

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                    2. Ich meinte damit, dass ich den Kommentar erst gar nicht abgesendet hätte, weil er mir im Nachhinein nicht ganz oder gar nicht angemessen erscheint. Das betrifft Dich, was andere darüber denken, ist mir eigentlich egal! Prinzpiell müsste ich dann mit den guten Erfahrungen beginnen, um danach Stolpersteine anzusprechen, falls diese heute überhaupt noch existieren. Es hat sich viel verändert zwischen Mann und Frau und all diesen emotionalen Dingen … YDu ;-)

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                    1. Derartige Kommentare führen meist dazu, dass ich die Vergangneheit bis zu einem gewissen Grad „durchlebe“, das würde mich aber derzeit ein wenig überfordern … YDu

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                    2. Da habe ich vollstes Vertrauen, wenn ich lese, wie Du Dir diese Beziehung vorstellst. Meine Entscheidung fiel vor fast 40 Jahren, da war ich streng genommen noch ein „Kind“ und ganz nebenbei ein verwöhnter kleiner Macho … Eigentlich wollte ich nur klarstellen, dass dein Partner nie der Vater von Punkt sein kann, denn ich hatte damals anfangs diesen Anspruch – durchaus gut gemeint, aber das oberste Treppchen war schon besetzt – dieser Rolle gerecht zu werden. Der Schritt zurück war für mich schmerzlich! Der Wunsch nach einem „eigenen“ Kind ist daher für mich verständlich, da ich das Gefühl habe, dass Dein Partner auch gerne VATER sein möchte, was ich nicht als Widerspruch zur Beziehungssituation mit Punkt sehe, denn da spielt die Mama eine große Rolle. Toleranz, Kommunikation und das Ziel für die Kinder, da zu sein und sein Ego unter Kontrolle zu haben, das sind vermutlich einige der wichtigsten Bausteine für dieses „Bauwerk“ … YDu * Ich wünsche Dir alles Gute! :-)

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                    3. Danke lieber Yuppidu. Wie ich deine Worte schätze… ich bin gelassen und mein Liebster ebenfalls. Manchmal wundere ich mich wie „unschmerzhaft“ eine Partnerschaft von statten gehen kann…

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                    4. Wohltuend, angenehm, wunderbar, entspannend, erfüllend, ausgewogen, … Das Warten auf das Glück hat sich demnach gelohnt, wenn ich das richtig verstanden habe! Da muss ich doch glatt nachlesen, was ich in der Eile geschrieben habe, denn ich konnte es ja doch nicht lassen, ein paar alte Geschichten vom Stapel zu lassen … YDu * Eindeutig eine Alterserscheinung! Übrigens, heute wären viele Situationen von damals vergleichsweise einfach zu bewältigen, denn das Alter bringt nicht nur das engelhafte Haar mit sich, sondern führt auch zu einer wohltuenden Gelassenheit, da man weiß, dass alle Dinge ihren Weg gehen und das Ego nur halb so wichtig ist … ;-)

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      1. Meinst du die Erfahrungen mit Punkt oder mit seinem Vater? Ich hatte das jetzt so verstanden, dass du noch ein oder zwei Jahre Bedenkzeit hast. Eben wenn Punkt sechs ist. Da ich aber selber gar keinen Plan bei dem Thema habe, sollte ich vielleicht lieber meine Klappe halten haha

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  1. Ich liebe deinen Schreibstil. Das ist total bildlich und ich kann es mir so gut vorstellen, wie das so passiert ist. Und auch deinen inneren Dialog kann ich total nachempfinden. Der Schmerz von damals wirkt immernoch nach…

    Alles Liebe für dich! Du bist wundervoll!

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