Veröffentlicht in gefällt mir, gegenwärtig, Glück für mich

Ein ganzes Jahr


Während gestern am Valentinstag um uns herum viele Pärchen romantische Dinge taten, hatten wir unseren ganz persönlichen „Tag der Liebe“ bereits am 13.02.

Denn an dem Tag trafen wir uns wieder. Du frisch aus Australien/Neuseeland. Ich aus meiner kleinen Heimatstadt im Osten von Deutschland. Du in einer emotional schwierigen Phase, aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten in deiner engen Familie. Ich frisch zu Beginn einer meiner vielen Versuche den Weg zum Examen bis zum Ende zu beschreiten.

Wir trafen uns in Berlin. Du kamst über eine dreiviertel Stunde zu spät. Ich hatten bereits meinen dritten Minztee getrunken und meine Laune stand nicht in ihrer Blüte. So kitschig es auch klingen mag, als du den Raum betratst, änderte sich das. Ich war plötzlich aufgeregt und zurückhaltend, mir wurde warm und die Wangen wurden röter…

Mit einer Lässigkeit schienst du dazusitzen, mit mir zu sprechen, Essen zu bestellen, vom Essen aufzublicken, um mir zuzuhören. Ganz cool. Nichts war mehr da vom schüchternen, unsicheren Jungen, der du damals warst. Und du sahst gut aus!

In diesem Jahr fiel unserer „Kennlerntag“ auf einen Montag. Wir brachten Punkt gemeinsam in den Kindergarten, spazierten zu „unserem“ Café-Restaurant, was jetzt nur einige Straßen von unserer gemeinsamen Wohnung entfernt ist, und suchten uns diesmal einen sonnigen Fensterplatz. Im letzten Jahr war nur noch ein kleiner Tisch, ganz hinten in der dunkelsten Ecke, frei. Wir beschlossen am kommenden Samstag, an dem Punkt beim Papa sein würde, an „unseren“ Tisch ein paar Cocktails zu trinken. Denn für das Frühstück hatten wir auch da wieder wieder einen Fensterplatz reserviert.

Frühstücken, in Erinnerungen schwelgen, die Sonne und das Gefühl zu genießen unendlich Zeit zu zweit zu haben, war an diesem Montag besonders schön.

Weißt du noch..

… als wir bei meiner Schwester in der Wohnung in Berlin den Abspann des Films bis zum Ende laufen ließen und uns erst voneinander lösten, als sie von der Arbeit kam?

… als du vorgeschlagen hast, ich könne mit in dein WG-Zimmer in Berlin ziehen, in der Zeit, in der ich zu meinem Repetitorium müsste oder aber lernen?

… als ich dich das erste Mal zum Laufen mitgenommen habe und dass du dann viel öfter, als ich, laufen warst?

… unseren 26Km-Hindernisslauf und dem Frühstück danach?

… wie wir mit Punkt zu meinem Geburtstag im Spaßbad waren und ich dir erzählt habe, von welchem Leben ich träume?

… wie wir an einem lauen Frühlingsabend durch Berlin spaziert sind, du dich über deine Mitbewohnerin aufgeregt hast, die nach eigenen Worten mit Pärchen nicht klar käme und deswegen wollte, dass ich nicht mehr mit in deinem Zimmer wohne?

… wie wir daraufhin eine WG eröffnen wollten?

… wie ich dir unter Tränen am Telefon eröffnete, dass ich das sch*** Examen nicht machen will, weil ich lieber lebe?

… wie dann klar war, dass Punkt mit in die WG muss?

… als wir im grünen Hinterhof lagen und uns darüber austauschten wie wir uns das Zusammenleben vorstellen?

… als wir eine Woche am Meer waren? Wie Punkt mit seinem kleinen Spielzeugzug über den ganzen Strand Schienen verteilte und wir gemeinsam von der Strandmuschel aus zusahen?

… wie ausgeglichen wir drei die Tage am Meer, in der Sonne, im Zelt, verbracht haben? Dass wir uns mit dem morgendlichen Laufen und Brötchen holen abwechselten?

… wie wir die Nachmittage damit verbrachten uns gegenseitig Fragen zu stellen, aus denen sich lange und intensive Gespräche entwickelten, die wir manchmal bis in die Nacht weiterführten?

… wie ich jedes Wochenende mit Punkt nach Berlin kam, damit wir in der Wohnung deiner Schwester zusammen sein konnten?

… wie du Punkt für Fußball begeistern konntest?

… unsere Park- und Spielplatzbesuche zu dritt?

… unsere monatelange Wohnungssuche?

… die Zeit, in der ich zur Zwischenmiete in einer Berliner Einzimmerwohnung lebte? Wie wir dort zu dritt den Großteil unserer Zeit verbrachten?

… die Nächte in denen Punkt mit auf unseren 1,40 Meter schlief und davon 80 cm Platz einnahm?

… wie entspannt es war, als du Punkt das erste Mal allein zum Kindergarten gebracht hast?

… meine unzähligen Bitten vielleicht in eine nahliegende Stadt, aber nicht die Millionenstadt Berlin zu ziehen?

… deinen Kompromiss, jedes Wochenende in meinen Lieblingspark in eben diese Stadt zu fahren? (Ich nehme es dir nicht übel, dass das im Winter nicht ganz klappt…;-))

… wie Punkt dir zum ersten Mal gesagt hat, dass er dich lieb hat? Dass du sein Freund bist? Dass wir eine „Famelie“ sind?

… unsere Gespräche über unser gemeinsames Kind? Die Träumerein? Und wie es dann ganz schnell geklappt hat? Frisch in die Wohnung gezogen, völlig erschöpft vom Stress der Wochen davor…

… wie wir uns Interviews und Videos zu natürlicher Schwangerschaft und Geburt angesehen haben? Und darüber ins Gespräch gekommen sind? Wie du dir das Krankenhaus angesehen hast, als einziger Vater ohne Frau (weil deine Frau um die Uhrzeit schlafend im Bett lag)?

… die Gespräche über die Geburt von Punkt, dein Verständnis über meine Traurigkeit und meinem Wunsch der natürlichen Geburt? Die Selbstverständlichkeit deiner Unterstützung bereits im Vorfeld?

… die Gespräche über den richtigen Namen für unser Kind?

Es ist so viel passiert in diesem Jahr. Auch mit uns. Und ich habe das Gefühl es wird so weitergehen. So schön und aufregend wie es ist. Ein Jahr mit dir hat so viel gemacht mit mir. Gerade scheint die Sonne und vereinzelt fallen Schneeflocken. Zauberhaft. In mir ist es warm. Ich bin voller Liebe und Dankbarkeit.

Und nachdem ich diese Zeilen veröffentlicht habe, stehe ich von meinem Tisch auf, gehe zwei Schritte zu deinem und küsse ganz vorsichtig deinen Nacken ;-*

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4 Kommentare zu „Ein ganzes Jahr

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