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Muss man schon *ehemalige* sagen?

Wir wohnen im letzten Stock unseres Wohnhauses. Ich muss täglich mindestens zweimal das Haus verlassen und komme dementsprechend mindestens zweimal zurück. Ich muss also vier mal durch unser Treppenhaus. Jetzt mag es danach klingen, als wäre unser Haus sehr hoch. Dem ist nicht so. Es gibt nur 4 Geschosse.

Seit Beginn meiner zweiten Schwangerschaft ist bei mir alles anders. Nicht nur anders als es damals bei Punkt war, auch anders als es davor, im unschwangeren Zustand, war. Von der Übelkeit und der Appetitlosigkeit hatte ich geschrieben. Galant verschwiegen habe ich meine Ausdauer. Bzw. dass ich keine mehr habe. Ich schleiche durch die Weltgeschichte, schnaufe bei jeder Anstrengung und wenn sich eine minimale Steigung vor mir zeigt, atme ich schon mal vorbeugend schwerer. Nicht, dass mein Bauch schon riesengroß wäre oder ich irgendwas an Gewicht zugenommen hätte, nein das natürlich nicht.

Als ich gerade so, vom Kindergarten kommend, im Hausflur ein Päuschen zwischen dem ersten und zweiten Stock einlegte, kam mir ein Gedanke: War ich nicht mal Läuferin? War da nicht mal mehr? Ab wann kann man eigentlich von sich behaupten Läuferin zu sein? Und wann darf man es nicht mehr von sich behaupten? Muss ich in meinem Fall schon sagen, dass ich eine e h e m a l i g e Läuferin bin? An dem Punkt schluchzte ich innerlich und bemitleidete mich heimlich selbst. Natürlich nur kurz und, wie gesagt, nur ganz heimlich.

Gestern waren es draußen das erste Mal in diesem Jahr 11 Grad im Plusbereich. Die Sonne schien den ganzen Tag auf meinen Arbeitsplatz zu Hause. Ja, ich arbeite jetzt von zu Hause aus. Nein, ich verdiene damit (noch) kein Geld. Aber ja! Es macht mir Spaß. (Kurzer Zwischengedanke: kann man es dann es eigentlich als Arbeit bezeichnen? In unserer heutigen Gesellschaft verbinden die meisten mit Arbeit doch: „Bäh, ihh, och nee. Mag ich nicht. Wann ist endlich Wochenende?“).

Es waren jedenfalls 11 Grad und die Sonne schien. Mit anderen Worten, nämlich Läuferworten: es war perfektes Laufwetter. Perfekt! Auf die Idee laufen zu gehen, kam ich aber erst am Abend. Getan habe ich es nicht. Und auch heute werde ich es nicht tun. Ich kuriere nämlich bereits die zweite Blasenentzündung in dieser Schwangerschaft aus und bin seit sechs Wochen mal mehr und mal weniger erkältet. Heute zum Glück weniger.

Bin ich nur noch eine ehemalige Läuferin? Der Gedanke macht mich traurig. So traurig wie mich meine Ausdauersituation macht. Aber es gibt eine Sache, die ich ziemlich gut finde. Also so unter den ganzen Sachen, die mich (ja ich weiß, ich bin ziemlich schwanger ;-)) gerade etwas betrüben: ich bin aufmerksam. Ich habe z.B. sehr aufmerksam festgestellt, dass es, so als Frau eines Mannes, also Frau mit Partner, also nicht allein und so, dass es da sehr viel schneller passiert, dass man, dass ich, jammert, statt etwas zu ändern. „Och, könntest du nicht für mich?“ und „ich bin so k.o. und würde lieber schlafen, machst du das?“ und vielleicht auch: „Jammer, jammer, ich bin so schlapp geworden.“ Ja genau, das beobachte ich bei mir. Natürlich ist das nichts worauf ich besonders stolz bin. Aber Gefahr erkannt, ist ja bekanntlich Gefahr gebannt. Auch wenn das im schwangeren Zustand (jaha, ich weiß es ist keine Krankheit) langsamer von statten geht.

Ich habe also festgestellt, dass ich teilweise in den Jammermodus falle. Oder sagen wir es mal nicht ganz sooooo negativ, in den Bequemlichkeitsmodus. Es ist doch schön das Frühstück an das Bett zu bekommen, auszuschlafen, Mittagsruhe zu halten, Punkt nur vom Kindergarten abzuholen, anstatt ihn früh auch bringen zu müssen, Kuchen oder Eis zu bekommen, wenn der Körper darauf Lust hat oder solche Sachen…

Ich habe auch begriffen, dass „alleinerziehend sein“ stark macht und man, ich, (fast) alles schafft. Auch wenn man nie davon ausgegangen ist, es schaffen zu können. Man, ich, entwickelt einen Ehrgeiz und eine Stärke, die irgendwo herkommt. Aus einem, mir, selbst. Ich habe es wirklich genossen, dieses Jahr nicht so stark sein zu müssen. Denn das ist was erschöpft, man m u s s ja stark sein. Wer ist es sonst? Ich möchte jetzt wieder in Balance kommen. Zumindest gerade kommt es mir vor, als wäre ich es nicht mehr. Zu angenehm und bequem ist es Unterstützung in vollem Maße zu erhalten. Ich weiß, dass es einen Unterschied macht Unterstützung anzunehmen oder aber faul zu werden. Das ist eine Gratwanderung.

Außerdem will ich k e i n e ehemalige Läuferin sein. Entweder man ist etwas oder aber man ist es nicht. Und ich will eine Läuferin sein. Ein Kompromiss wäre, dass ich derzeit eine schwangere Läuferin bin. Eine, die nicht aussetzt, sondern die es alles ein bisschen langsamer angehen lässt. Und deshalb gehe ich laufen. Ganz langsam, aber schon ganz bald. Versprochen! Mir und euch.

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Seit dreißig Jahren auf der Welt…

Seit heute bin ich dreißig Jahre auf dieser Welt. Punkt und ich waren in den Tropen. Wir haben dort zu dritt elf Stunden verbracht, die wie im Flug vergangen sind…
Dieser Tag war erholsam und einprägsam. Mein Kind ist groß. Sehr groß. Auf der einen Seite sehr ängstlich, auf der anderen Seite dermaßen mutig, über sich hinaus wachsend. Großartig. Ich empfinde immer tiefergehende Liebe für ihn. Ich bin so froh, dass es ihn gibt. Dass er da ist und mein Leben komplett macht.
Es gibt so Vieles was ich in den letzten Wochen für mich behalten habe, obwohl es teilenswert gewesen ist. Ich habe es einfach genossen, ohne digitale Medien. Ohne es öffentlich zu machen. Aber das ändert sich bald wieder. Versprochen. Ich hole einiges nach. Bleibe bald aber auch wieder aktuell für euch.
Dieser Tag war besonders. Nicht unbedingt, weil mein Geburtstag war. Viel mehr, weil die Gespräche mit meinem Liebsten tief waren. Ehrlich waren. Und so aufeinander abgestimmt gepasst haben.

„Wenn du es wirklich willst, dann schaffst du es auch Summer. Wenn du es wirklich willst, klappt es. Du kannst es schaffen. Wir können es schaffen. Wir brauchen nur ganz viel Mut.“

Nach meinem Examen wird sich einiges bei Punkt und mir ändern. Ganz groß aendern. Alles eigentlich ändern. Ich bin verdammt glücklich! Ich habe jemanden gefunden, der das träumt was ich träume. Den ausfüllt, was mich ausfüllt. Auch wenn wir alles auf unsere Weise brauchen, das Große und Ganze ist gleich, ergänzend, passend.

Ich weiß, es ist viel was es da zu interpretieren gibt. Eigentlich jedes meiner Worte ließe sich so oder so auslegen. Ich verspreche, dass, wenn es soweit ist, ich Klarheit in alles bringen werde. Auch hier auf dem Blog. Meinem lieben Blog. Über den ich so froh bin! Auch mir dankbar dafür, dass ich ihn seit sechs Jahren schreibe. Aber bis es soweit ist, lerne ich fleißig Systemverstaendnis, um das Examen zu schaffen, genieße so gut es geht das Leben mit Punkt und meine Verliebtheit in das Leben und wie alles gerade ist…