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Und am Ende ein Wunder

eMeine Schwangerschaft ging am 21. 07. 2017 um ein Uhr Nachts mit einem filmreifen Blasensprung in die Geburt über. Die Geburtswehen setzten um neun Uhr früh ein. Nur sechs Stunden später nahm ich mein Wunder zu mir auf die Brust.

Mein Liebster und ich haben unsere Wohnung in eine Oase des Lebens verwandelt. In dem Moment als unser Baby in unserem Wohnzimmer das Licht der Welt erblickte, schienen die Pflanzen zu sprießen und die Sonne ein Stückchen heller zu strahlen.

Wir, alle drei, Punkt, mein Liebster und ich, sind seit fünf Tagen zeitlos und raumlos überglücklich unterwegs. Wir kuscheln rund um die Uhr und können nicht aufhören Glückstränen zu vergießen.

Dieses Wunder hier auf meiner Brust ist das entspannteste Wesen auf dieser Erde. Sie schläft, schläft und schläft. Dann trinkt sie, schaut zufrieden umher, schläft wieder und dann trinkt sie wieder. Sie ist gesund!

Ihr Bruder ist so stolz und lieb und hilfsbereit. Er möchte sie so oft halten und kuscheln und küssen. So sanft und vorsichtig, behutsam und seicht geht er mit seiner kleinen Schwester um, dass es eine Freude ist dabei zuzusehen.

Mein Liebster und ich sind andere Menschen. Die Geburt war ein Zauber, ein Erlebnis der Extraklasse. Ganz toll gemeistert von uns dreien. So gut vorbereitet, die ganze Schwangerschaft über darauf hingearbeitet, mental völlig darauf eingestellt… Traumhaft!

Ich bin versöhnt mit allem was ich erleb habe. Die erste Zeit mit Punkt, das Weinen, das Tragen, das Nicht-Schlafen, die traumatische Geburt. Ich bin versöhnt. Alles ist aufgearbeitet und mit so einer wunderschönen Geburtsreise belohnt.

Ich fühle mich als hätte ich alles richtig gemacht.

Ich bin angekommen.

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Noch genau drei Monate

Ich sitze am Küchentisch mit Punkt und meinem Liebsten.

Ihn schaue ich an und lächle.

„Heute in drei Monaten ist der Termin.“

Nicht, dass ich denke genau dann passierts. Aber der Gedanke wie kurz es nur noch dauert… puh bin ich aufgeregt.

Dann drehe ich mich zu Punkt:

„Nur noch drei Monate.“ Ich schaue ihn mit großen Augen an und lächle.

Er erwidert etwas belustigt, freudig aber irgendwie trocken: „Was ist in drei Monaten? Da kommt der Bauchinhalt raus? !“

 

Wir haben uns alle drei vor lachen kaum wieder beruhigt.

Punkt hat den summerschen Humor (den ich manchmal an den Tag lege) wunderbar übernommen. Er ist jeden Tag sehr lieb und streichelt den Bauch, begrüßt das Baby mit „Guten Morgen und good morning“ und singt ab und zu auch Lieder vor. Er freut sich nach wie vor. Um so unerwarteter der coole Spruch von ihm.

 

Veröffentlicht in gefällt mir, gegenwärtig, Glück für mich, Summer plant...

Muss man schon *ehemalige* sagen?

Wir wohnen im letzten Stock unseres Wohnhauses. Ich muss täglich mindestens zweimal das Haus verlassen und komme dementsprechend mindestens zweimal zurück. Ich muss also vier mal durch unser Treppenhaus. Jetzt mag es danach klingen, als wäre unser Haus sehr hoch. Dem ist nicht so. Es gibt nur 4 Geschosse.

Seit Beginn meiner zweiten Schwangerschaft ist bei mir alles anders. Nicht nur anders als es damals bei Punkt war, auch anders als es davor, im unschwangeren Zustand, war. Von der Übelkeit und der Appetitlosigkeit hatte ich geschrieben. Galant verschwiegen habe ich meine Ausdauer. Bzw. dass ich keine mehr habe. Ich schleiche durch die Weltgeschichte, schnaufe bei jeder Anstrengung und wenn sich eine minimale Steigung vor mir zeigt, atme ich schon mal vorbeugend schwerer. Nicht, dass mein Bauch schon riesengroß wäre oder ich irgendwas an Gewicht zugenommen hätte, nein das natürlich nicht.

Als ich gerade so, vom Kindergarten kommend, im Hausflur ein Päuschen zwischen dem ersten und zweiten Stock einlegte, kam mir ein Gedanke: War ich nicht mal Läuferin? War da nicht mal mehr? Ab wann kann man eigentlich von sich behaupten Läuferin zu sein? Und wann darf man es nicht mehr von sich behaupten? Muss ich in meinem Fall schon sagen, dass ich eine e h e m a l i g e Läuferin bin? An dem Punkt schluchzte ich innerlich und bemitleidete mich heimlich selbst. Natürlich nur kurz und, wie gesagt, nur ganz heimlich.

Gestern waren es draußen das erste Mal in diesem Jahr 11 Grad im Plusbereich. Die Sonne schien den ganzen Tag auf meinen Arbeitsplatz zu Hause. Ja, ich arbeite jetzt von zu Hause aus. Nein, ich verdiene damit (noch) kein Geld. Aber ja! Es macht mir Spaß. (Kurzer Zwischengedanke: kann man es dann es eigentlich als Arbeit bezeichnen? In unserer heutigen Gesellschaft verbinden die meisten mit Arbeit doch: „Bäh, ihh, och nee. Mag ich nicht. Wann ist endlich Wochenende?“).

Es waren jedenfalls 11 Grad und die Sonne schien. Mit anderen Worten, nämlich Läuferworten: es war perfektes Laufwetter. Perfekt! Auf die Idee laufen zu gehen, kam ich aber erst am Abend. Getan habe ich es nicht. Und auch heute werde ich es nicht tun. Ich kuriere nämlich bereits die zweite Blasenentzündung in dieser Schwangerschaft aus und bin seit sechs Wochen mal mehr und mal weniger erkältet. Heute zum Glück weniger.

Bin ich nur noch eine ehemalige Läuferin? Der Gedanke macht mich traurig. So traurig wie mich meine Ausdauersituation macht. Aber es gibt eine Sache, die ich ziemlich gut finde. Also so unter den ganzen Sachen, die mich (ja ich weiß, ich bin ziemlich schwanger ;-)) gerade etwas betrüben: ich bin aufmerksam. Ich habe z.B. sehr aufmerksam festgestellt, dass es, so als Frau eines Mannes, also Frau mit Partner, also nicht allein und so, dass es da sehr viel schneller passiert, dass man, dass ich, jammert, statt etwas zu ändern. „Och, könntest du nicht für mich?“ und „ich bin so k.o. und würde lieber schlafen, machst du das?“ und vielleicht auch: „Jammer, jammer, ich bin so schlapp geworden.“ Ja genau, das beobachte ich bei mir. Natürlich ist das nichts worauf ich besonders stolz bin. Aber Gefahr erkannt, ist ja bekanntlich Gefahr gebannt. Auch wenn das im schwangeren Zustand (jaha, ich weiß es ist keine Krankheit) langsamer von statten geht.

Ich habe also festgestellt, dass ich teilweise in den Jammermodus falle. Oder sagen wir es mal nicht ganz sooooo negativ, in den Bequemlichkeitsmodus. Es ist doch schön das Frühstück an das Bett zu bekommen, auszuschlafen, Mittagsruhe zu halten, Punkt nur vom Kindergarten abzuholen, anstatt ihn früh auch bringen zu müssen, Kuchen oder Eis zu bekommen, wenn der Körper darauf Lust hat oder solche Sachen…

Ich habe auch begriffen, dass „alleinerziehend sein“ stark macht und man, ich, (fast) alles schafft. Auch wenn man nie davon ausgegangen ist, es schaffen zu können. Man, ich, entwickelt einen Ehrgeiz und eine Stärke, die irgendwo herkommt. Aus einem, mir, selbst. Ich habe es wirklich genossen, dieses Jahr nicht so stark sein zu müssen. Denn das ist was erschöpft, man m u s s ja stark sein. Wer ist es sonst? Ich möchte jetzt wieder in Balance kommen. Zumindest gerade kommt es mir vor, als wäre ich es nicht mehr. Zu angenehm und bequem ist es Unterstützung in vollem Maße zu erhalten. Ich weiß, dass es einen Unterschied macht Unterstützung anzunehmen oder aber faul zu werden. Das ist eine Gratwanderung.

Außerdem will ich k e i n e ehemalige Läuferin sein. Entweder man ist etwas oder aber man ist es nicht. Und ich will eine Läuferin sein. Ein Kompromiss wäre, dass ich derzeit eine schwangere Läuferin bin. Eine, die nicht aussetzt, sondern die es alles ein bisschen langsamer angehen lässt. Und deshalb gehe ich laufen. Ganz langsam, aber schon ganz bald. Versprochen! Mir und euch.